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10 THINGS TO DO IN SEVILLE

Da mein Auslandssemesters in Sevilla leider, leider zu Ende ist (kann jemand bitte kurz die Zeit zurück drehen?) und ich immer wieder Nachrichten mit der Bitte bekomme, doch mal meine Highlights der Stadt vorzustellen, erzähle ich euch heute von den zehn Dingen, die man meiner Meinung nach in Sevilla unbedingt machen sollte. Zehn Dinge, die es zu sehen, essen, trinken, kaufen und erleben gibt. Ich hoffe das hilft denjenigen, die neugierig auf die Stadt geworden sind oder sich Sevilla sowieso schon als Reiseziel vorgenommen haben. Und außerdem hilft es sicher auch meinem eher schlechten Erinnerungsgedächtnis später irgendwann mal auf die Sprünge. 😉

1. Plaza de España

Spanien ist bekannt für schöne Plätze. In fast jeder großen, spanischen Stadt gibt es einen „Plaza de España“ oder einen „Plaza Mayor“. Ich persönlich habe noch keinen schöneren Platz entdeckt als den „Plaza de España“ in Sevilla… Ich liebe die Weite und die Architektur des Platzes, dass er so gut wie immer in der Sonne liegt, dass man, wenn man auf den Springbrunnen in der Mitte schaut, immer einen kleinen Regenbogen sieht. Ich liebe die Aussicht von der ersten Etage auf den Platz, ich liebe die kleinen Buchten mit den Geschichten und Merkmalen der verschiedenen Provinzen Spaniens, ich liebe die Schatten, die die Säulen werfen, wenn man durch das Gebäude läuft. Und ich liebe den „María Luisa Park“ direkt neben dran. Der Platz ist zwar definitiv kein Geheimtipp, weil er sicherlich in jedem Sevilla-Reiseführer aufgezählt wird, aber er gehört trotzdem zu meinen liebsten Ecken der Stadt.

2. Spanisch Frühstücken

Spanisches Frühstück ist sicher nichts für jedermann. Es ist deftig, fettig und schwer und ich als Nicht-Frühstücker könnte das definitiv nicht jeden Morgen essen. Aber einmal sollte man die zwei typischsten Dinge, die die Spanier frühstücken, schon probieren. Nummer eins wäre Pan con Tomate, in Sevilla klassicherweise mit Olivenöl und Jamón. Sehr simpel, aber unglaublich lecker. Meine Adressen:
Cervecería La Cruz – Calle Pages del Corro – direkt beim Plaza de Cuba. Hier gibt es Pan Con Tomate mit frisch gepresstem Orangensaft und Kaffee für 3€.
La Chunga – Calle Arjona 13 – entspanntes Flair, tolle Einrichtung und neben Pan Con Tomate auch unglaublich leckere Himbeermarmelade!
Die zweite, noch heftigere Variante, wären dann Churros con Chocolate – in Fett ausgebackener Teig mit Schokosauce. Achtet darauf, dass die Churros frisch vor euren Augen ausgebacken werden – es gibt nichts ekligeres als altes Fett – und dass sie nicht mehr als 3€ pro Portion kosten, sonst werdet ihr abgezogen. Meine Adresse:
Churrería – Calle Paraíso Triana – hier gibt es Churros und sonst nichts! Frisch, in zwei Sorten (ich mag die dünne Variante lieber, die ist auch salziger) und, nur sonntags, mit Schokolade. Falls ihr die Möglichkeit habt, kauft euch dazu einen Cola Cao (den typischen spanischen Kakao gibt es genau wie Kaffee in jedem Café) und tunkt eure Churros da rein. Habe ich von meinen Au Pair Kindern gelernt und schmeckt um einiges besser als die Schokolade, die man dazu kaufen kann.

3. Den Sonnenuntergang von „Las Setas“ anschauen

Die – meiner Meinung nach unglaublich hässliche – Holzkonstruktion mitten im Zentrum Sevillas hat mir nie etwas gegeben. Ich finde das Design einfach furchtbar und total unpassend in der Altstadt. Darüber lässt sich aber natürlich streiten. Worüber sich jedoch nicht streiten lässt, ist der unglaublich schöne Ausblick, den man vom Dach der Konstruktion über ganz Sevilla hat. Definitiv zu jeder Tageszeit einen Besuch wert, aber vor allem zum Sonnenuntergang atemberaubend schön. Hoch kommt man mit einem Aufzug im Untergeschoss für 3€.

4. Shopping!

Und weil wir alle wissen, dass Beauty- und Klamottenshopping zwei große Leidenschaften von mir sind, auch hier meine Must-Gos. Unumgänglich sind für mich (in ganz Spanien, egal wo ihr seid) Zara und Mango. Beide Läden sind um einiges günstiger als in Deutschland und man bekommt die meisten Teile schon wesentlich früher. Was ich aber mindestens genau so gern mag und was es in Deutschland bisher leider noch nicht gibt, ist Lefties. Ursprünglich als Zara Outlet gedacht, hat sich der Laden zu einem jugendlicheren, günstigeren Ableger von Zara entwickelt und ist inzwischen fast genau so oft vertreten. Auch Stradivarius, Pull & Bear und Bershka sind einen Besuch wert. Außerdem lieb gewonnen habe ich Oysho – ein Lingerie, Sport- und Schlafmodengeschäft, das mit Abstand die schönsten und bequemsten Schlafanzughosen verkauft, die ich je getragen habe. Außerdem ist spanisches Leder sehr, sehr günstig in Sevilla und in den Gassen hinter der Kathedrale gibt es unzählig viele preiswerte und gut verarbeitete Schuhe und Handtaschen.
Kosmetiktechnisch kann ich euch natürlich Sephora ans Herz legen, mein liebster ist der im Corte Inglés am Plaza del Duque, weil es da neben den typischen Sephora Marken, auch noch Nars, Bourjois, Mac und vieles mehr gibt. Nicht unbedingt günstiger (wobei es oft auch 20% auf Kosmetik gibt) aber dafür ist das Angebot unschlagbar und außerdem kann man nach dem Shoppen im hauseigenen Supermarkt im Erdgeschoss Fanta Limón, Fanta Limón Zero und Fanta Limón ohne Gas kaufen. Wesentlich günstiger sind allerdings die kleineren Drogerieketten, besonders Primor (unschlagbar was Parfums und Real Techniques Pinsel angeht) und Bodybell (oftmals 20-30% auf Highend-Kosmetik). Ersteres findet man im Einkaufszentrum Los Arcos in der Nähe der Metro-Station Nervión und letzteres im ganzen Zentrum immer wieder verteilt.

5. Calle Betis

Ich weiß nicht wie oft ich in meinem halben Jahr die Calle Betis fotografiert habe. Ich glaube, ich habe noch nie eine schönere Straße gesehen… Sie liegt direkt am Fluss zwischen der Puente de Triana und der Puente de San Telmo, ganz am Rand Trianas (das Viertel, in dem ich gewohnt habe und das ich euch sowieso nur aus Herz legen kann) und könnte euch eventuell ein Begriff durch den Fußballverein „Betis Sevilla“ sein. Ich glaube, ich muss nicht großartig erklären, warum ich sie so schön finde (insgeheim tippe ich ja auf das hellblaue Haus in der Mitte, an dem ich auch immer extra nochmal stehen bleibe um ein separates Foto zu machen). In der Calle Betis kann man tagsüber trinken und essen (ein mini bisschen teurer, da leicht touri, aber immer noch wesentlich günstiger als im Zentrum), abends Cocktails trinken und feiern und rund um die Uhr den Ausblick auf die Brücken und das Zentrum Sevillas genießen.

6. Am Guadalquivir mit Blick auf Triana spazieren

Selbsterklärend… Genau wie die Calle Betis von Nahem wunderschön ist, ist sie das auch von der anderen Flussseite. Fangt bei der Brücke de San Telmo am Plaza de Cuba an, spaziert bis zur Brücke von Triana und setzt euch dann mit Blick auf die Calle Betis und die Brücke ans Ufer. Defitniv mein allerallerliebster Platz Sevillas!

7. Meine Tapas-Empfehlungen

Für alle, die keine Ahnung haben, was Tapas eigentlich sind: im Prinzip einfach kleine Appetithäppchen. In Sevilla bekommt man allerdings häufig deutlich mehr als ein Appetithäppchen, man kann von 2-3 Tapas gut satt werden und in den richtigen Bars auch deutlich unter 10€. Und sie machen absolut süchtig… Meine liebsten Adressen:
La Comidilla – Calle Callao 1 – direkt hinter der Puente de Triana rechts, etwas ausgefallenere Tapas, alle zu empfehlen.
Casa Ruperto – Avenida Santa Cecilia 2 – etwas weiter in Triana, sehr traditionell und typisch spanisch. Es gibt 8 Tapas (falls ihr kein Problem damit habt, probiert die Wachtel („Codornices“), die man im Stehen in einem kleinen Hinterhof isst. Sicherlich nichts für jedermann und jeden Tag – auf den ersten Blick wirkt es fast schon abschreckend – aber Casa Ruperto hat definitiv seinen ganz eigenen Flair. Neben den Wachteln empfehlenswert dort: die Oliven, die Senfsauce & das Montadito Serranito.
La Chunga – Calle Arjona 13 oder Ovejas Negra – Calle Hernando Colón 8 – die beiden gehören zusammen und haben deshalb dieselbe Karte. Genau wie das Frühstück sind auch die Tapas dort mehr als empfehlenswert. Sie sind ein bisschen teurer und die Bar ist sehr schnell voll schon kurz nachdem sie aufmacht (um 21:00), aber der Besuch lohnt sich auf jeden Fall!
Bar Antojo – Calle Calatrava 44 – jetzt rückblickend betrachtet wohl die besten Tapas, die ich in Sevilla gegessen habe. Witzigerweise war ich dort das erste und das letzte Mal in Sevilla Tapas essen. Auch wieder ein kleines bisschen teurer (für deutsche Verhältnisse aber natürlich trotzdem noch super günstig), aber unterschätzt die Größe der Tapas nicht – sie sind riesig!

8. Durch Santa Cruz spazieren

Das Viertel hinter der Kathedrale hat seinen ganz eigenen Charme und ist ganz anders, als die anderen Ecken Sevillas. Die engen, verwinkelten Gassen, die ab und zu von einem Platz in der Sonne unterbrochen werden, laden zu stundenlangem spazieren mit vielen Kaffee- oder Tinto de Verano-Pausen ein. Falls ihr vom Plaza de España aus kommt, lauft danach an der Kathedrale vorbei zum Rathaus und Plaza Nueva und falls ihr aus dieser Richtung kommt- umgekehrt.

9. Tinto de Verano

Und wo wir schon dabei sind: Tinto de Verano ist für mich in Spanien auch zu einem absoluten Muss geworden. Es ist ein Mischgetränk aus Rotwein und Limonade (typischerweise mit „Casera“) und es gibt – in Sevilla zumindest – drei Sorten: blanco, limón und naranja. Also entweder mit weißer Limo (ähnlich wie Sprite), Zitronenlimo oder Orangenlimo. Ich bin absolut süchtig danach, vor allem im Sommer konnte ich nicht genug davon kriegen. Man muss aber natürlich aufpassen, denn man schmeckt den Rotwein so gut wie gar nicht … 😉 Mein Favorit ist übrigens limón (immer dazu sagen, sonst bekommt ihr meist blanco).

10. Die sevillanische Tranquilidad genießen

Sevilla no es una ciudad, es un sentimiento… oder so ähnlich. Genießt einfach die sevillanische Mentalität, wenn ihr mal da seid. Setzt euch – wie die Spanier – in die Mittagssonne, esst ein paar Tapas, trinkt Tinto, spaziert durchs Zentrum und macht, worauf ihr Lust habt. Alles andere kommt in Sevilla von ganz alleine. 🙂

Alle Fotos sind übrigens von meinem Instagram-Profil; freue mich wenn ihr vorbei schaut! 🙂
http://instagram.com/considerleonie