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Finding The Calm In The Chaos – Meine Suche nach der Ruhe

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Ich beschäftige mich nun schon seit einigen Monaten damit, mein Leben in ein paar Bereichen „zu optimieren“. Das meine ich nicht im wörtlichen Sinne – ich strebe auf keinen Fall nach einem Optimum oder nach Perfektion. Ich habe nur einfach ein gutes Bewusstsein dafür entwickelt, was in meinem Leben mich wieso unzufrieden macht und was ich ändern sollte, um langfristig zufriedener zu sein. Versteht das bitte nicht falsch – im Großen und Ganzen bin ich wahnsinnig glücklich. Aber auch bei mir gibt es natürlich Kleinigkeiten, die mich immer wieder stressen oder aufregen, und an denen versuche ich momentan ein bisschen zu arbeiten.

Eine Sache, mit der ich mich aktuell sehr viel beschäftige ist: Ruhe finden. Ich würde zwar nicht sagen, dass ich insgesamt ein unruhiger Mensch bin, aber es fällt mir wahnsinnig schwer, bewusst(e) Ruhe in meinem Leben zuzulassen. Ich war früher immer der Typ von Mensch, der unter Stress erst so richtig aufgeblüht ist. Ich wollte immer so viel wie möglich zu tun haben, zu allem ja sagen, bei allem mitmachen, jede Möglichkeit und jede Sekunde ausnutzen. Ich habe schon in der Schulzeit parallel zu Nebenjob, Tanzunterricht, Freunden und Beziehung natürlich auch noch den Führerschein kurz vor dem Abi machen müssen. Mir ging es immer besser, je mehr ich zu tun hatte und meine Leistungen stiegen an, je mehr ich unter Stress stand. Das wurde im Studium nur noch extremer. Wenn ich wenig zu tun hatte, war ich motivationslos, konnte mit nichts anfangen, habe alles ewig vor mir her geschoben. Also habe ich mir immer und immer mehr zu tun gesucht – Hauptsache keine Langeweile haben. Zu den besten – oder schlimmsten? – Zeiten hatte ich parallel zu meiner Vollzeit-Examensvorbereitung nicht nur eine Fernbeziehung, mehrere Freundeskreise, ein ziemlich zeitintensives Mitbewohner-Leben und diverse Sportkurse, sondern auch noch drei (!) Nebenjobs gleichzeitig. Rückblickend frage ich mich, wann ich überhaupt geschlafen habe.

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Dass irgendwann der Punkt kam, wo das ganze umgeschlagen ist, ist vermutlich keine große Überraschung. Jeder Mensch hat eine andere Belastungsgrenze, aber früher oder später wird sie halt überschritten, wenn man es immer weiter provoziert und vor allem komplett „beratungsresistent“ ist (so wie ich es damals war). Es hat sehr, sehr lange gedauert, bis ich wirklich realisiert habe, dass ich mir viel zu viel aufgehalst hatte und mir auch selbst wirklich eingestehen konnte, dass ich so nicht mehr weitermachen kann.

Erst als ich nach dem Examen auf einmal wesentlich weniger zu tun hatte und auch mehr Kontakt zu Leuten mit einem etwas „normaleren“ Berufsleben hatte, habe ich gemerkt: sehr viele Menschen machen nachmittags Feierabend und außerdem Wochenende wirklich Wochenende – ohne Arbeit, ohne Lernen, ohne Stress! Was für viele das normalste der Welt ist, nämlich dass man sich auch mal einen Tag lang Zeit nehmen kann für reine Hobbys oder absolutes Nichtstun, war mir bis dahin ehrlich gesagt einfach fremd.

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Und ich muss auch sagen, selbst jetzt, fast zwei Jahre nach meinem Examen, habe ich immer noch Probleme damit. Ich nehme mir zwar jetzt viel öfter und sehr bewusst auch Freizeit, die ich nicht mit Arbeit verbringe. Aber selbst in dieser Zeit muss ich entweder irgendetwas tun (Freunde treffen, Sport machen, Nägel machen lassen, zum Arzt gehen, Kochen, Aufräumen oder eben doch noch schnell mal kurz ein paar Kommentare oder Mails beantworten) oder aber: ich muss mich extrem ablenken und berieseln lassen. Das heißt: Netflix, Prime, Podcasts oder Audible laufen quasi nonstop. Selbst einschlafen kann ich nicht ohne Hörbuch. Mir geht es zwar unendlich viel besser als noch vor zwei oder drei Jahren und ich bin im Großen und Ganzen die meiste Zeit entspannt. Aber für die Zukunft möchte ich gern regelmäßiger bewusste Ruhe zulassen, weil ich gemerkt habe, wie gut mir das tut. Damit meine ich nicht, dass ich wirklich absolut gar nichts tun muss, sondern eher: eine Sache (und nicht drei gleichzeitig) ganz bewusst machen und dabei in dem Moment sein und ihn wahrnehmen, statt ständig gedanklich schon wieder woanders zu sein. Ganz besonders bei Sachen, die mir Spaß machen und die ich eigentlich nur zu meinem Vergnügen mache.

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Wenn ihr auch zu der Art von Mensch gehört, die immer viel zu tun haben müssen, kann ich euch nur ans Herz legen: gebt auf euch acht. Macht auch mal Pause, macht einen Schritt zurück, atmet durch, zwingt euch auch bewusst zu Ruhe. Selbst wenn ihr denkt, ihr braucht es nicht und es würde euch nicht gut tun: langfristig ist das für eure mentale und körperliche Gesundheit die bessere Option.

Ich teste mich momentan durch Yoga-Kurse, Meditationsapps und bewusstere Zeitmanagement-Methoden und halte euch gern auf dem Laufenden. Da ich bei dem Thema aber auf jeden Fall noch Verbesserungspotenzial habe, freue ich mich sehr auf euch Tipps – wie findet ihr Ruhe im Alltag, was macht ihr, um abzuschalten, um runterzukommen und (obwohl es sich widersprüchlich anhört) „aktiv zu entspannen“?

 

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Die Fotos sind von der wunderbaren Anna Maria Langer