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IF YOU’RE GOING TO SAN FRANCISCO …

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Vergebt mir den klischeehaften Titel, aber immer, wenn ich an San Francisco denke, habe ich sofort den Ohrwurm im Kopf. Und falls ihr euch fragt, wieso denn jetzt eigentlich ein Blogpost über San Francisco kommt, wenn wir doch eigentlich vorher in den ganzen Nationalparks und dann erst in Las Vegas waren … Eigentlich hatte ich geplant, über jede Stadt auf unserer Route und über die diversen Parks einen Blogpost zu schreiben. Aber um ehrlich zu sein, habe ich den Post über Las Vegas angefangen und schnell festgestellt, dass sich das nicht wirklich lohnt. Alles, was es darüber so wirklich zu berichten gibt, habe ich in diesem Video erzählt. Der Blogpost über die Nationalparks wird auf jeden Fall noch kommen, er nimmt allerdings mehr Zeit in Anspruch als gedacht und dauert daher noch ein bisschen.

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Daher geht es jetzt heute erst mal um die meiner Meinung nach schönste Stadt, die wir auf unserem Roadtrip besucht haben – San Francisco. Mir haben vorher sehr viele Leute gesagt, dass es mir dort sicherlich gefallen wird, aber ich hätte nie damit gerechnet, dass ich mich so verlieben würde. Wir haben in Oakland gewohnt, also in der Stadt direkt neben San Francisco, weil es dort wesentlich günstigere Airbnbs gab und man mit dem BART (das ist quasi eine Art schnelle U-Bahn) trotzdem nur etwa zehn Minuten ins Stadtzentrum von San Francisco braucht. Als wir das erste Mal aus der U-Bahn raus kamen, war ich richtiggehend „geflasht“ – ein unschönes Wort, aber es beschreibt meinen Zustand sehr gut. Ich habe mich von der ersten Sekunde an so heimisch und wohl gefühlt und fand alles so schön – hauptsächlich vermutlich, weil es mich extrem an New York erinnert hat. 

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Die Herbststimmung bei knapp 15 Grad war zwar ein krasser Umschwung im Vergleich zu Las Vegas und zum Death Valley mit durchschnittlich 40 Grad, aber das tat – vielleicht grade deshalb – wirklich gut. Allerdings war ich absolut nicht ausgerüstet für solche Temperaturen (und solchen Wind!). Also es sei euch gesagt – auch im August sollte man in San Francisco immer genug dicke Jacken und lange Hosen einpacken … oder sich auf Shopping einstellen. 

Das haben wir am ersten Nachmittag bzw. Abend auch direkt gemacht, weil wir mehr oder weniger zufällig einfach in der Haupt-Shopping-Straße gelandet sind. Abends sind wir dann noch bis nach Chinatown spaziert und waren dort essen – leider finde ich den Namen des Restaurants nicht mehr raus, aber es war superlecker.

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Die Stimmung in der Stadt war insgesamt sehr angenehm, ich fand es weniger hektisch als in New York, aber ähnlich international und multikulti. Man konnte endlich wieder einfach zu Fuß unterwegs sein und war nicht mehr auf ein Auto angewiesen, weswegen wir unseren Leihwagen auch am ersten Tag abgegeben haben. Das hat unsere Stimmung zusätzlich sehr gesteigert. Was man vielleicht erwähnen sollte ist die Tatsache, dass es vor allem mitten in der Innstadt traurigerweise extrem viele Obdachlose gibt. Uns wurde auch eine Jacke geklaut, die wir etwa 30 Sekunden lang unbeaufsichtigt gelassen haben, was aber natürlich auch einfach irgendein unverschämter Touri oder Einheimischer gewesen sein kann. Das ist kein Grund zur Panik, ich habe mich trotzdem in San Francisco sicher gefühlt, auch als ich beispielsweise am letzten Abend noch alleine unterwegs war. Man sollte aber natürlich – wie in jeder Großstadt – auf seine Wertgegenstände aufpassen.

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Einen Tag lang haben wir eine Stadttour mit E-Bikes gemacht, inspiriert von Carmen. Wir haben uns die Räder beim gleichen Shop namens „Golden Gate Park Bike Rental“ ausgeliehen und auch eine sehr ähnliche Route wie sie gemacht, allerdings mit leichter Abwandlung & auch „nur“ einen Tag lang: nach einem Frühstück bei Taylor Street Coffee Shop haben wir besucht: den Pier 39, das Fisherman’s Wharf, die Golden Gate Bridge (wir sind allerdings nicht drüber gefahren, da wir schon am ersten Abend in Oakland bei dem Aussichtspunkt Battery Spencer auf der anderen Seite gewesen sind), den Golden Gate Park, die Painted Ladies & dann das ehemalige (?) „Hippie-Viertel“ Haight-Ashbury.

Mir hat alles sehr gut gefallen und ich mochte vor allem Haight-Ashbury sehr gerne. Zwar kein richtiger Hippie-Flair mehr, aber ein bisschen alternativ und irgendwie heimelig und gemütlich. Die E-Bikes sind zwar sehr teuer (wir haben 48 Dollar pro Person dafür gezahlt), aber es hat sich mehr als gelohnt. Ich liebe E-Bike fahren sowieso und besonders in einer Stadt wie San Francisco, die wahnsinnig hügelig ist, wären wir mit einem normalen Fahrrad nicht weit gekommen. Auf dem E-Bike ist man super schnell, es ist nicht wirklich anstrengend, man kann anhalten wann und wo man möchte, man sieht extrem viel und man ist außerdem an der frischen Luft… wie ihr merkt, waren wir davon sehr begeistert 😉 Abends waren wir bei Super Duper Burger essen & auch hier kann ich mich Carmens Meinung anschließen: lecker, aber sehr fettig. 

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Cable Car sind wir nicht gefahren, da uns die Menschenmassen und der Preis von 7 Dollar etwas abgeschreckt haben und wir die Strecke sowieso schon zu Fuß gelaufen waren. Falls ihr einen Ausflug in die Natur machen wollt: Der Muir Woods Nationalpark ist sehr schön, zwar nicht unbedingt so beeindruckend wie einige der anderen Nationalparks, aber als Ausflucht aus der Stadt auf jeden Fall empfehlenswert.

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An unserem letzten gemeinsamen Tag haben wir einen Ausflug nach Alcatraz gemacht – unser Ticketmaster Valentin hat es geschafft, uns noch irgendwie Karten dafür zu organisieren. Es war zwar ziemlich voll und wir waren alle total übermüdet, aber es hat sich trotzdem gelohnt. Das ehemalige Gefängnis, das auf einer kleinen Insel vor San Francisco liegt, ist wirklich spannend zu besichtigen und vor allem den Audio-Guide fand ich extrem gut gemacht. Unsere restliche Zeit haben wir dann eher entspannt verbracht, was hauptsächlich daran lag, dass wir alle ziemlich fertig waren. Wir waren spazieren, Pizza & Cookie-Eissandwiches bei The Baked Bear essen (die nach Leos Meinung eher etwas enttäuschend waren, ich hab selbst nicht probiert) und abends haben wir gekocht.

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Am allerletzten Tag, den ich alleine verbracht habe, da Leo & Val schon einen Tag vor mir weitergereist sind, war ich noch im Museum Of Modern Art und das war vermutlich mein größtes Highlight. Donnerstags hat das Museum bis 21 Uhr offen, und da ich erst nachmittags dort war, habe ich das wirklich bis zur allerletzten Minute ausgenutzt. Ich fand es wesentlich übersichtlicher als das MoMA in New York und habe mich hier irgendwie viel wohler gefühlt, vermutlich auch, weil mich die Kunst mehr angesprochen hat. Es gibt einen Audioguide zu kaufen oder man kann sich stattdessen auch kostenlos die SF MoMA App runterladen, was ich sehr empfehlen kann. Super faszinierender Ort und wenn man moderne Kunst mag, sollte man das auf jeden Fall besuchen. 

Falls ihr übrigens ein gutes, extrem zentrales Hostel / Hotel sucht und nicht unbedingt in ein Airbnb möchtet: meine letzte Nacht habe ich im The Urban verbracht und fand das Preis-/Leistungsverhältnis dort wirklich top. Insgesamt habe ich mich in San Francisco wahnsinnig wohl gefühlt und es wird hoffentlich nicht mein letzter Besuch dort gewesen sein.

Wart ihr schon mal in San Francisco? Was hat euch am besten gefallen?

lenaklein