Travel

LEAVE THE ROAD, TAKE THE TRAILS
USA NATIONAL PARKS TRAVEL GUIDE

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Okay Leute, es ist Zeit für ein Geständnis. Dass ich mal hier sitzen würde und mit größter Begeisterung und Emotionalität einen Blogpost über verschiedene Nationalparks schreiben würde, hätte ich noch bis vor kurzem niemals gedacht. Ganz ehrlich – ich war nie so der „Naturbursche“, wenn man das überhaupt so sagen kann als Frau. Ich habe wandern als Kind gehasst, und klar, habe ich auch gerne draußen gespielt, aber sobald ich selbst entscheiden konnte, wo ich meine Zeit und vor allem meinen Urlaub verbringe, war ich immer lieber in der Stadt (oder am Strand) als in der Natur. Mit Spaziergängen durch Wälder, Büsche und Berge konnte ich früher nie wirklich was anfangen. Seit dem letzten Jahr hat sich meine Einstellung immer mehr verändert und ich habe gemerkt, wie sehr mich Ausflüge in die Natur beruhigen und entspannen. 

Daher habe ich mich schon irgendwie auf die Nationalparks gefreut, klar, aber dass sie mich so sehr beeindrucken und packen würden, hätte ich ehrlich gesagt nie erwartet. Jeder Park war ein Highlight für sich und so wunderschön, dass man das weder in Worten noch in Bildern ausdrücken kann. Die Landschaften sind so ruhig, größtenteils so unberührt und schön, die Luft ist so klar, man ist so weit weg von allem anderen – ich habe mich selten so gut gefühlt. Und damit hätte ich vorher wirklich niemals gerechnet (und vermutlich auch niemand, der mich kennt). 

Innerhalb von etwa 2 Wochen haben wir 7 verschiedene, jeweils sehr einzigartige Orte angesehen. Das hört sich vielleicht erst mal nach nicht so viel an, aber das sind im Grunde nur 2 Tage pro „Ziel“ und für die teilweise wirklich riesigen Regionen ist das eigentlich lächerlich wenig, vor allem, wenn man noch die Fahrtzeiten einberechnet. Wir hatten also gut zu tun und es ist kein Wunder, dass ich immer noch damit beschäftigt bin, das alles zu verarbeiten – das waren einfach so viele Eindrücke. 

ALLGEMEINEScanyons-6709

Unsere grobe Route war in dieser Reihenfolge: Joshua Tree Nationalpark, Grand Canyon Nationalpark, Lake Powell & Horseshoe Bend, Antelope Canyon, Bryce Canyon Nationalpark, Zion Nationalpark & Yosemite Nationalpark.

HINKOMMEN. Um die Nationalparks in den USA zu besuchen, sollte man sich am besten ein Auto mieten. Die Parks sind riesig und auch weit voneinander entfernt. Es gibt zwar auch Parks, die in der Nähe von Städten liegen, aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind die kaum zu erreichen. Wir haben unser Auto noch von Deutschland aus gemietet, aber es gibt sicher auch vor Ort gute Services, erkundigt euch da am besten selbst. 

REINKOMMEN. Wenn man mehrere Parks besuchen möchte, ist es sinnvoll, einen Annual National Park Pass zu kaufen. Dieser gilt für ein Jahr, lohnt sich aber schon ab einem Besuch von 2 bis 3 Parks. Der Pass kostet 80 $ pro Fahrzeug (egal, wie viele Personen im Auto sitzen) und gilt dann in allen Parks, dadurch kann man also ordentlich sparen. Der Pass muss von einer Person aus der Gruppe unterschrieben werden und am Parkeingang in Verbindung mit einem Ausweis vorgezeigt werden. Da auf dem Pass zwei Personen unterschreiben können, ist es möglich, den Pass sogar nach den Besuchen dann an jemand anderen weiterzugeben, der ihn dann einfach weiterbenutzen kann für das Jahr, so kann es also noch günstiger werden. 

RUMKOMMEN. Den Pass bekommt man im Visitor Center, was man am besten sowieso bei jedem Parkbesuch als erstes kurz ansteuern sollte. Dort kann man sich eine Karte holen (Handy-Empfang & GPS-Signal sind nicht im jedem Park so gut), nach Hiking Trails fragen, sich nach eventuellen speziellen Situationen erkundigen und im Normalfall auch Essen und Getränke kaufen. In manchen Parks kann man mit dem Auto fahren, aber wenn man das Auto stehen lassen will oder muss, gibt es in fast jedem Park Shuttle Busse. Diese Busse sind kostenlos und fahren im Normalfall direkt alle schönen Aussichtsplattformen an. Dieser Eindruck ist natürlich sehr individuell, aber wir würden sagen, dass die meisten Trails auch für „Anfänger“ oder „unerfahrene Wanderer“ sehr gut machbar sind. Wir sind alle keine Profis und zwar einigermaßen sportlich, aber sicherlich nicht sonderlich trainiert und haben immer Strecken gefunden, die wir entspannt zurücklegen konnten und bei denen man trotzdem sehr viel sieht. Es gibt aber mit Sicherheit auch sehr fordernde Strecken – über die muss man sich dann bei Bedarf selbst erkundigen. Alle Trails sind als solche ausgezeichnet, die meisten Wege sind allerdings nicht wirklich umzäunt und die Abgründe sind teilweise schon ziemlich steil. Wir hatten zwischenzeitlich richtig Angst, da viele Leute einfach so drauf los klettern und das war für uns (vermutlich typisch deutsch) schon etwas befremdlich.  

canyons-6211MITNEHMEN. Vor allem, wenn man im Sommer unterwegs ist, darf man die Hitze nicht unterschätzen. Im August waren es tagsüber etwa 35 Grad im Schatten. Daher sollte man immer genug Wasser, Sonnencreme, eine Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille dabeihaben. Ansonsten auf jeden Fall leichte Kleidung und feste Schuhe. Wer kein trainierter Wanderer ist, kann bei der Hitze sowieso keine langen oder schwierigen Wanderungen machen, daher reichen bequeme Sneakers vollkommen aus. Auch bei hohen Temperaturen sollte man immer etwas zum drüberziehen dabei haben, denn die meisten Restaurants und Fahrzeuge sind etwa auf Kühlschranktemperatur klimatisiert.

BEDENKEN. In der Hauptsaison sind die Parks wirklich gut besucht, man sollte also nicht davon ausgehen, dass man dort alleine ist. Gerade die schönen Aussichtspunkte und Wanderungen sind natürlich sehr beliebt, daher teilt man sich da die Wege mit vielen Touristen. Uns hat das eigentlich nie gestört, aber um ruhige Ecken zu finden, muss man gelegentlich ein bisschen weiter laufen. Da das Gelände aber so groß ist, ist das eigentlich nie problematisch gewesen. Außerdem sollte man immer daran denken, dass man den gleichen Weg, den man irgendwo hinläuft, auch wieder zurücklaufen muss. Insbesondere wenn man eine Strecke bergab läuft, sollte man für den Weg zurück nach oben mindestens zwei bis drei Mal so viel Zeit einplanen. Das sollte man auch bei Strecken im Hinterkopf behalten, die vielleicht anfangs sehr einfach wirken. Man ist leicht ein bisschen abgelenkt durch die schöne Umgebung und den Ausblick und vergisst dabei dann die Zeit. Man begegnet immer mal wieder verschieden Tieren in den Parks, was total faszinierend ist, aber man wird auch durchgehend daran erinnert, das „Wildlife“ nicht zu füttern oder zu streicheln. Insbesondere Eichhörnchen und Streifenhörnchen werden oft als die „gefährlichsten Tiere“ bezeichnet, da alle Besucher sie für niedlich halten, sie aber ordentlich zubeißen können. Also eventuelle Wildtiere einfach am besten mit gebührendem Respekt und Abstand beobachten. 

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canyons-6148JOSHUA TREE NATIONAL PARK

Unser erster Nationalpark war ein guter Start, aber vermutlich auch der unspektakulärste. Alle Wanderwege, die wir gemacht haben, waren ziemlich flach,  einfach und vor allem nicht sonderlich lang. Uns wurde allerdings aufgrund der extremem Hitze auch stark davon abgeraten, irgendeinen anspruchsvolleren Trail auszuprobieren. 

 

ANSCHAUEN. Wir waren im Cholla Cactus Garden, am Keys View, am Skull Rock und am Jumbo Rocks Campground. Der Park ist an sich schön und interessant, aber mit allem, was danach noch kam, kann er nicht so richtig mithalten. Trotzdem war der Park auf seine eigene Art und Weise einzigartig und auf jeden Fall sehenswert. 

SCHLAFEN. Der Joshua Tree Nationalpark ist in Kalifornien und von Los Angeles oder San Diego in etwa zwei bis drei Stunden Fahrt relativ gut erreichbar. Was übrigens für alle Nationalparks gilt: Wer vor hat, in den National Parks zu campen, sollte sich vorher gut über die Campingplätze informieren. Wir wollten eigentlich erst campen und haben uns relativ schnell dagegen entschieden, vor allem weil kein Platz mehr im Auto war für Camping-Ausrüstung, aber auch weil es in den meisten National Parks im August tagsüber 30-40 Grad warm ist und abends/nachts auch meist noch 25-30 Grad. Schattige Plätze gibt es nicht immer. Außerdem waren die Campingplätze, an denen wir vorbeigekommen sind, eher sporadisch ausgestattet, es gab nur kleine Toilettenhäuser und teilweise keinen Strom oder Wasser. Wir würden daher sagen, dass man dort nur campen sollte, wenn man damit Erfahrung hat, abenteuerlustig und entsprechend ausgestattet ist. 

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canyons-6552GRAND CANYON NATIONAL PARK

Vermutlich hat jeder schon mal vom Grand Canyon gehört – und das zu Recht. Der Park liegt in Arizona und ist gigantisch groß. Damit man sich die Dimensionen vielleicht ein bisschen besser vorstellen kann: wenn man mit dem Auto einmal vom südlichen Rand zum nördlichen Rand fahren würde, also halb um den Canyon herum, würde man für die 220 Miles (354 km) fast fünf Stunden brauchen. 

ANSCHAUEN. Der South Rim, also der südliche Rand, ist die beste Stelle zum Wandern und um den Sonnenuntergang zu anzugucken. Hier kommen auch etwa 90% der Besucher des Canyons hin und nur 10% besichtigen den North Rim. Am West Rim des Canyons befindet sich der berühmte Skywalk (eine Plattform mit Glasboden, auf der man über dem Abgrund laufen kann). Das haben wir allerdings nicht gemacht, da die Fahrt dorthin sehr lange dauert & der Spaß ziemlich teuer ist. Wir waren daher am South Rim Trail unterwegs, dieser ist zu einem großen Teil gepflastert und kann auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl befahren werden. Der gesamte Rim Trail ist ca 13 Meilen (21km) lang, auf dem Weg liegt auch das Grand Canyon Village und einige weitere Aussichtspunkte mit Bushaltestellen, an denen man in den Shuttlebus einsteigen kann. Wir sind außerdem ein paar Minuten den Bright Angel Trail hinuntergelaufen. Das ist ein kleiner Weg, der direkt hinter der Bright Angel Lodge hinab in den Canyon hingeführt. Wir fanden das Ganze allerdings eher unlustig, da der Schotterweg ziemlich schmal, die Abgründe sehr tief und Geländer nicht vorhanden sind. Aber wenn man fit, schwindelfrei und gut ausgestattet ist, ist das sicherlich eine wunderschöne Wanderstrecke. Wir waren außerdem am Watch Tower, um den Sonnenuntergang anzuschauen, hatten allerdings etwas Pech mit dem Wetter. Unter besseren Bedingungen kann man aber vermutlich von überall am South Rim Trail den Sonnenuntergang sehr schön sehen. 

SCHLAFEN. Wir haben kein günstiges Hotel in der direkten Umgebung mehr gefunden & haben daher in Flagstaff in einem Motel übernachtet. Diese typisch amerikanische Kleinstadt ist etwa anderthalb Stunden vom Grand Canyon entfernt und eine ganz gute Alternative für uns gewesen.

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LAKE POWELL & HORSESHOE BEND

Lake Powell ist, wie der Name schon sagt, ein (Stau-)See, der im Grenzgebiet von Utah und Arizona liegt. Er hat sich entwickelt durch eine Aufstauung des Colorado an der Ostseite vom Grand Canyon. Der Horseshoe Bend ist, ebenfalls aus dem Namen abzulesen, eine hufeisenförmige Schleife des Colorado River in in Arizona. 

ANSCHAUEN. Lake Powell hat eigentlich für jedermann etwas zu bieten: Man kann verschiedene Bootstouren buchen, einfach „nur“ schwimmen gehen oder sich – wie wir – ein Kajak oder Paddleboard leihen. Mehrere Läden dafür findet man in Page (der einzigen Stadt in der Nähe) und man kann sich dort die Boote dann auf seinen Mietwagen schnallen lassen. Ganz wichtig: sich erklären lassen und genau merken und bestenfalls auch fotografieren, wie man die Boote wieder auf das Dach schnallt, damit man das auf dem Rückweg auch selbst hinbekommt. Man sollte für diesen Schritt auch genug Zeit einplanen, denn für Menschen, die damit keine Erfahrung haben, ist das nicht grade einfach. Die Leihgebühr für ein Kajak ist nicht gerade günstig, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Es war teils sehr windig und anstrengend, aber im Canyon selbst ist es etwas ruhiger und es macht einfach wahnsinnig viel Spaß und ist ein besonderes Erlebnis. Um den Horseshoe Bend anzuschauen, gibt es einen Aussichtspunkt, der etwa 15 Minuten von Page entfernt ist. Vom Parkplatz aus läuft man etwa 10 Minuten einen kleinen Hügel hinauf. Der Ausblick ist atemberaubend schön, aber auch etwas nervenaufreibend, da – wie so oft – nirgends Geländer oder Absperrungen sind. 

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ANTELOPE CANYON 

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Der Lower Antelope Canyon war eines meiner persönlichen Highlights, vermutlich lag das unter anderem daran, dass ich keinerlei Erwartungen hatte und dieser Canyon auch ganz anders ist, als alle anderen. 

ANSCHAUEN. Man kann sowohl den Lower als auch den Upper Antelope Canyon besuchen; wir waren nur im Lower Antelope Canyon. Der Eintritt für diesen Canyon ist nicht im National Park Pass enthalten. Weil er im Gebiet der einheimischen Navajos liegt, muss man eine Tour buchen, um den Canyon besichtigen zu können und diese kostet etwa 40 $ pro Person. Man sollte entweder sehr früh buchen oder man muss Glück haben. Das System ist etwas verwirrend und der Ablauf vor Ort ziemlich chaotisch. Man muss mindestens 40 Minuten vor Beginn der Tour vor Ort sein, sonst werden die Plätze direkt weiterverkauft. Es gibt dann aber eine „Warteschlange“, wo man sich anstellen kann, wenn man entweder gar kein Ticket im Voraus gebucht hat oder seinen „Timeslot“ verpasst hat (was uns leider passiert ist). Mit etwas Geduld bekommt man so doch noch einen Platz für eine Tour, wir haben etwa eine Stunde gewartet. Man darf keinerlei Rucksäcke oder Taschen mit auf die Tour nehmen, ebensowenig GoPros, Selfie Sticks oder Tripods. Es sind nur Brustbeutel, Bauchtaschen sowie Wasserflaschen erlaubt – was aber auch völlig ausreicht, da die Tour nur etwa anderthalb Stunden dauert. Die Mitarbeiter waren teils sehr unfreundlich und die Organisation schlecht, aber die Tour interessant und der Canyon wirklich wunderschön. Menschen, die unter Klaustrophobie leiden, seien hiermit vorgewarnt, dass der Canyon teils sehr eng ist und man aufgrund der Beliebtheit auch oft wirklich unter sehr viele Menschen auf engem Raum ist. Wenn man damit keine Probleme hat, ist es aber einer der faszinierendsten Ort, die man sich vorstellen kann.

SCHLAFEN. Die kleine Stadt Page liegt in der Nähe des Lake Powell, des Horseshoe Bends und des Antelope Canyons. Hier ist ein Airbnb empfehlenswert, wir waren mit vier Personen in einem sehr schönen kleinen Reihenhaus, das wesentlich günstiger war als die Hotels und Motels vor Ort. 

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BRYCE CANYON NATIONAL PARK

Der Bryce Canyon ist ein Nationalpark im Süden von Utah und bekannt für seine nach oben spitz zulaufenden roten Felsformationen, die Hoodoos genannt werden. In der Umgebung sind daher sehr viele Sachen, beispielsweise auch lokale Biere, „Hoodoo“ benannt 😉

ANSCHAUEN. Man kann alle Aussichtspunkte mit dem Auto oder Shuttlebus direkt anfangen. Wir sind mit dem Shuttlebus bis ganz oben zum Bryce Point gefahren, von dort aus kann man bis zum Visitor Center den Rim Trail etwa 11 Meilen (17,7 Kilometer) hinunterlaufen. Auf dem Weg kommen mehrere tolle Aussichtspunkte, aber auch hier gibt es kaum Geländer und da es auch mal auf und ab geht, ist er nicht wirklich geeignet für Rollstuhlfahrer oder Kinderwagen. Sehr zu empfehlen ist auch der „Peek-A-Boo Trail“, ein 5,5 Meilen (8,8 Kilometer) langer Rundgang, der in den Canyon führt. Die Aussicht ist hier noch viel beeindruckender, der Weg ist aber auch anstrengender. Wir sind nur einen Teil des Weges gelaufen wegen eines aufkommenden Gewitters, aber die Strecke war wahnsinnig schön und trotzdem nicht so extrem beängstigend wie beispielsweise der Bright Angel Trail am Grand Canyon, da die Wege etwas breiter sind und die Abgründe nicht ganz so steil. Es gibt ein paar „berühmte“ Hoodoo-Formationen, beispielsweise eine, die aussehieht wie eine Kathedrale und die ganzen verschiedenen Ausformungen und Höhlen sind wirklich interessant.

SCHLAFEN. Wir haben in dem kleinen Ort Panguitch in der Nähe übernachtet in einem typisch amerikanischen Motel (die, die man aus den ganzen Horrorfilmen kennt, genau). Diese Motels gibt es in den meisten Kleinstädten in der Nähe der Nationalparks, sie sind alle sehr ähnlich aufgebaut, und für ein paar Nächte auf jeden Fall in Ordnung. Checkt einfach die Bewertungen und Preise. 

 

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ZION NATIONAL PARK

Der Zion Nationalpark ist ein Naturschutzgebiet im Südwesten von Utah, unter anderem bekannt für die so genannten Zion Narrows, schmale und nicht sehr tiefe Flüsse, die teilweise durch tiefe Schluchten verlaufen und durch die man hindurchwandern (oder eher waten) kann. 

ANSCHAUEN. Es gibt, wie immer, verschiedene Hiking Trails und einen Shuttlebus, der alle wichtigen Plätze anfährt. Wir haben uns für eine Wasserwanderung durch die Narrows entschieden, aber ausgehend von dem, was wir sonst so gesehen haben, ist auch der Rest des Parks sehr schön. Die Wasserwanderung ist auf jeden Fall eher zu empfehlen bei heißem Wetter. Equipment (bestehend aus Wanderschuhen, Neopren-“Socken“ und einem Wanderstock für etwa 25 $ pro Person) sollte man sich am besten in Springdale oder am Visitor Center ausleihen. Es gibt auch Leute, die in Sandalen oder Sneakers durch den Fluss waten, aber wir persönlich wären damit nicht weit gekommen. Am Anfang sind noch sehr viele Touristen unterwegs, aber je weiter man wandert, desto weniger Menschen werden einem begegnen. Man sollte definitiv Kleidung anziehen und Dinge dabeihaben, die gegebenenfalls nass werden können, da es leicht passieren kann, dass man ausrutscht. Falls man Technik dabei haben möchte, am besten nur in wasserdichten Beuteln. Die meiste Zeit ist man nur etwa bis zu den Knien im Wasser, aber an manchen Stellen weiter flussaufwärts, kann man auch mal bis zur Brust im Wasser stehen (je nach Körpergröße, versteht sich). Die Wanderung ist ziemlich anstrengend, da man fast nur über Steine läuft, aber es ist auch ein wunderschönes und sehr einzigartiges Erlebnis. 

SCHLAFEN. Wir haben – wieder mal – in einer Kleinstadt in der Nähe übernachtet, und zwar in Hurricane im Rodeway Inn, einem der besagten immer gleichen Motels. 

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YOSEMITE NATIONALPARK

Über einen der Parks, auf die ich mich fast am meisten gefreut habe (nicht zuletzt, weil ich die Fotos davon seit Jahren von meinem Macbook Desktop kenne #appleofer), kann ich leider am wenigsten schreiben. Aufgrund von Waldbränden haben wir im Yosemite fast nichts besichtigen können, da die meisten Routen gesperrt waren. Wir haben uns trotzdem dazu entschieden, wenigstens mit dem Auto durchzufahren und an einigen Aussichtsplattformen zu halten. Diese waren allesamt wunderschön und noch mal ganz anders, als die restlichen Parks – es hat uns alle ein bisschen an die Alpen erinnert, weil es bergiger, kühler und irgendwie „frischer“ war, als alle Parks, die wir vorher besichtigt haben. Falls es mich noch mal nach Kalifornien verschlägt, steht der Yosemite auf jeden Fall ganz oben auf meiner „To-Do“-Liste. 

Offiziell ist übrigens das Death Valley auch ein Nationalpark, aber wir alle fanden das Gebiet eher etwas enttäuschend. Es ist hauptsächlich heiß und ziemlich kahl und eintönig. Wir sind auf dem Weg von Las Vegas zum Yosemite Nationalpark durchgefahren und man kann dort durchaus mal anhalten und sich umschauen. Allerdings würde ich es ehrlich gesagt nicht gesondert einplanen, falls man nicht sowieso in der Gegend ist. Da die Temperaturen hier im Sommer schon mal auf über 50 Grad steigen können, sollte man möglichst nicht mittags fahren, auf jeden Fall mehr als genug Wasser mitnehmen, den Tank vorher komplett befüllen und sich auch nicht zu weit vom Auto entfernen. 

Insgesamt werden mir diese zwei Wochen sicherlich auf ewig in Erinnerung bleiben und haben mich auf jeden Fall dahingehend geprägt, dass ich auch in Deutschland – vor allem in der Umgebung von Köln – wieder mehr Zeit in der Natur verbringen möchte. Wer schöne Wanderrouten kennt, gerne immer her mit euren Tipps in den Kommentaren!

Lena (& Lisa, die mit ausführlichen Notizen, Rat & Tat zur Seite stand und ohne die dieser Post niemals fertig geworden wäre!)