Allgemein, Travel

SÜDAMERIKA GUIDE #1
TIPPS, SICHERHEIT, FINANZIELLES

6.1

Mein ursprünglicher Plan war es über jeden Stop unserer Reise, jeden Ort und jede Stadt einen Blogpost zu schreiben mit Food-Empfehlungen, den besten Spots und allem was dazu gehört. Mein Learning Nummer Eins der letzten Monate – „Es kommt sowieso immer anders, als man denkt“ – hat mir aber sehr schnell gezeigt, dass das ziemlich unrealistisch ist. Oft waren wir an Orten viel zu kurz, als dass ich genug Tipps hätte sammeln können, um einen Blogpost zu füllen, ich hatte die Kamera nicht dabei, mir hat die Zeit gefehlt oder oder oder. Rückblickend möchte ich euch aber natürlich von meiner Zeit in Südamerika berichten und vor allem alles schriftlich zum Nachlesen festhalten. Deshalb starte ich hiermit eine kleine Blogpost-Reihe, meinen persönlichen Südamerika-Guide quasi. Als Einleitung gibt es heute meine allgemeinen Tipps und alle nützlichen und wichtigen Infos vorab, bevor es dann ab jetzt regelmäßige Beiträge zu den einzelnen Ländern geben wird, in denen ihr alle konkreten Tipps, Food-Spots, Highlights und Must-Dos findet.

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VORNEWEG schon mal: Südamerika ist riesig groß und gefühlt ist ein Ort beeindruckender als der nächste. Jedes Land hat kulturell, geschichtlich und landschaftlich so viel zu bieten, dass schnell klar war – vier Monate sind eine lange Zeit, für einen ganzen Kontinent aber natürlich nichts. Deshalb haben wir Prioritäten gesetzt, uns auf das beschränkt, was wir unbedingt sehen wollten und natürlich auch Abstriche machen müssen. Wir könnten unsere ganze Route noch einmal machen und dabei komplett andere, neue Dinge sehen. Wenn ihr also eine ähnliche Route plant oder generell nach Südamerika wollt, informiert euch auf jeden Fall vorher, was es zu sehen und zu tun gibt, denn diese Blogpost-Reihe deckt natürlich lange nicht alles ab.

3.1 3.2

ROUTE
Für alle, die vielleicht ein bisschen den Überblick verloren haben oder mir gar nicht auf anderen Plattformen folgen, fasse ich nochmal kurz unsere Route der vier Monate zusammen. Die ausführlicheren Strecken und Stops pro Land findet ihr dann in den Landes-spezifischen Posts, die noch folgen. Begonnen haben wir unsere Reise in Argentinien, von Buenos Aires nach Patagonien und Iguazu. Anschließend war ich zwei Wochen im Süden von Brasilien, von Saõ Paolo an der Küste entlang bis nach Rio. Von Rio bin ich nach Santiago de Chile geflogen und von der Hauptstadt in Chile haben wir uns hochgearbeitet über Valparaíso, durch das Valle del Elqui, bis hin zur Atacama Wüste im Norden, von wo wir dann durch die Uyuni-Salzwüste nach Bolivien rüber sind. Über La Paz und den Lago Titicaca ging es nach Peru, dort waren wir in Arequipa, Cusco und Lima und sind anschließend nach Kolumbien geflogen. In Kolumbien sind wir von Santa Marta, nach El Palomino, durch die Wüste bis nach Punta Gallinas, nach Cartagena und in das Kaffee-Tal und haben dann unseren letzen Flug von Bogotá nach Kalifornien genommen.

FINANZIELLES
Was natürlich essenziell für jede Reise ist, ist das Thema Geld. Vor allem braucht ihr für so eine lange Reise auf jeden Fall eine Kreditkarte, die gut und günstig im Ausland funktioniert. Womit ich seit Jahren gute Erfahrungen mache, vor allem eben im Ausland, ist die Kreditkarte der ComDirect. Man kann dort super easy sein Limit erhöhen und kommt dadurch nicht in unangenehme Situationen, in denen man nicht mehr an sein Geld rankommt (mit anderen Kreditkarten leider schon passiert). Nun ist es aber so, dass man unabhängig von der Abhebe-Gebühr, die von eurer Kreditkarte abhängt, in Südamerika oft eine Gebühr bezahlt, die von der jeweiligen Bank vor Ort und somit dem Automaten, an dem ihr gerade seid, abhängt. Diese ist von Land zu Land, Stadt zu Stadt und Bank zu Bank unterschiedlich, kann aber sehr hoch sein. Bevor ihr euer Geld abhebt, wird euch die Gebühr immer angezeigt, achtet auf jeden Fall drauf, vergleicht vor Ort und recherchiert, bei welchen Banken (in dem speziellen Land) die Gebühren am Automaten niedrig sind und bei welchen Banken, ihr wie viel Geld maximal auf einmal abheben könnt. In Argentinien ist es beispielsweise so, dass man maximal 100 € (mal ein bisschen mehr und mal ein bisschen weniger) auf einmal abheben kann und dabei jedes Mal eine enorm hohe Gebühr bezahlt und das quasi überall und an jedem Automaten. Deshalb habe ich durch eine Freundin noch eine andere Alternative zur Kreditkarte entdeckt, die nicht überall funktioniert, aber in großen Städten auf jeden Fall und die ich euch deshalb auch empfehlen möchte, nämlich Azimo. Gegen eine fixe Gebühr überweist ihr dort Geld an eine teilnehmende Bank und könnt dieses dann vor Ort abholen. Der Vorteil: ihr könnt soviel ihr wollt auf einmal abholen und zahlt demnach die Gebühr einmalig auf höhere Summen und nicht jedes Mal auf 100 €.

Meine Devise war außerdem immer: nie mit viel Bargeld losziehen, aber auch nie komplett ohne. Ich wollte immer auf den Fall vorbereitet sein, dass ich doch mal in eine gefährliche Situation komme, in der jemand Wertsachen von mir verlangt und dann in der Lage sein, Bargeld abzugeben, statt Kreditkarte, Handy oder Kamera. Das ist natürlich kein Tipp, der auf jeden Fall funktioniert, mir persönlich hat das aber Sicherheit gegeben.

Bewahrt eure Wertsachen an unterschiedlichen Stellen am Körper auf, beispielsweise: Bargeld in der Hosentasche, Handy in der Handtasche, Kreditkarte im BH, oder so ähnlich.

Wie teuer das Leben in Südamerika ist, hängt enorm vom Land ab und lässt sich nicht pauschalisieren. In Argentinien und Brasilien habe ich kaum einen Unterschied zu den Preisen in Deutschland festgestellt, im Gegenteil – Patagonien ist unglaublich teuer, ich denke das war sogar der teuerste Spot unserer ganzen Reise. Man findet immer überall günstige Alternativen, aber das tut man ja in Deutschland auch. Chile habe ich als etwas günstiger als Deutschland empfunden, in Bolivien und Peru ist alles wiederum sehr viel günstiger. Letztendlich hängt alles sehr von eurem Reise-Stil und euren Ansprüchen ab, ich würde ein Tagesbudget (inklusive Übernachtung & Transportmittel) von 10-40 € pro Tag einplanen.

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TRANSPORT

In Südamerika sind wir lange Strecken vor allem mit Bussen gefahren. Ob es einen Bus für eure Strecke gibt, findet ihr entweder am Omnibus-Bahnhof vor Ort raus oder über Busbud. Diese Seite hat für fast alle unsere Strecken funktioniert, man kann super easy die Preise vergleichen und außerdem mit Paypal bezahlen. Die Tickets müsst ihr dann meist ausdrucken, das geht aber problemlos in vielen Hotels, Hostels oder „Fotocopias“-Läden, die findet ihr an jeder Ecke.

Mit den Nachtbussen in Südamerika habe ich sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht und das hängt sehr davon ab, wie viel Geld man für sein Ticket bezahlen will. Es gibt super günstige Busse, die dann dementsprechend schlechter ausgestattet sind und absolute Luxus-Busse, die im Vergleich zu europäischen Buspreisen immer noch günstig sind, von denen sich Flixbus und co. aber so einiges abgucken können. Wir haben immer vorher alle Unternehmen gegoogelt, verglichen und dann das mit den besten Bewertungen genommen, unabhängig des Preises. Mir persönlich war die Sicherheit und der Komfort bei einer oft 15-stündigen Fahrt (oder mehr) in einem Land, das ich nicht kenne und vor allem nachts, jeden Cent wert. Ich habe viele Horrorgeschichten gehört – von Bussen, die ausgeraubt wurden, stehen geblieben sind, betrunkenen Fahrern und den schlimmsten Gerüchen, deshalb hatte ich vor allem vor den Nachtfahrten definitiv Respekt. Meine Erfahrungen waren durchweg positiv und wenn es ein „Problem“ gab, war das ein vergleichbar sehr kleines. Wenn ihr gut schlafen wollt, bucht ein Semi-Cama oder sogar ein „richtiges Cama“, das könnt ihr fast in waagrechte Position bringen und je nach Busunternehmen bekommt ihr außerdem Decken, Essen, Unterhaltungsprogramm und manchmal gab es sogar Wifi. Wie gesagt – das hängt sehr davon ab, wie viel ihr für euer Ticket bezahlen wollt und ich bereue keinen Cent, den ich für die Busfahrten (mehr) bezahlt habe.
Südamerika ist riesig, riesig groß und es gibt Strecken, die für uns mit dem Bus nicht vorstellbar waren (Buenos Aires – El Calafate beispielsweise sind 50 Stunden mit dem Bus). Manchmal ist es tatsächlich auch ein wenig günstiger zu fliegen, checkt da die Strecken und Preise ab. Gute Erfahrungen haben wir vor allem mit Latam und Avianca gemacht.

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Manche Strecken kann man auch als Tourist mit dem Transportmittel der Einheimischen zurücklegen, sogenannten Colectivos. Das ist etwas schwieriger, wenn man kein Spanisch spricht und hängt von der Sitatuion vor Ort ab, bleibt aber ab und zu eine Option. Bei Colectivos handelt es sich um kleinere Fahrgemeinschaften, manchmal Vans, manchmal Busse, manchmal große Autos, die einen für wenig Geld (dafür oft mit vielen Stops und sehr langsam) transportieren.

Vor Ort bleibt zur Fortbewegung neben Bus und Metro noch Uber und Taxi. Immer und überall wo es ging, habe ich auf Uber zurückgegriffen, weil ich mich wesentlich sicherer gefühlt habe, wenn ich den Namen des Fahrers und sein Profil vor Abfahrt angucken konnte. Bei Uber ist alles registriert und man sieht außerdem den Fahrpreis vorher, wird also auch nicht abgezockt. Alles in allem nur Vorteile, aber da man Internet braucht um eines zu bestellen, haben wir manchmal auch Taxis genommen. Damit muss man in Südamerika auf jeden Fall vorsichtig sein, aber auch nicht übermäßig paranoid. Wir hatten während der vier Monate ein einziges Mal eine Situation, in der wir preislich ein wenig über den Tisch gezogen wurden, aber es war nie gefährlich oder unangenehm. Nehmt wo ihr könnt ein Taxi público, an Flughafen oder Busbahnhöfen kann man die beispielsweise an offiziellen Stellen reservieren und in Hotels und Hostels bekommt man auch immer ein seriöses Taxi gerufen, wenn man nachfragt. Fragt den Fahrer immer vorher nach dem Preis, oft wird in Südamerika das Taxometer nicht angemacht und das kann am Ende zu bösen Überraschungen führen. In manchen Städten sollte man vor allem nachts kein Taxi auf offener Straße nehmen, das müsst ihr immer für den jeweiligen Ort oder das jeweilige Land vorher recherchieren und das würde ich dann auch auf jeden Fall ernst nehmen.

12.1UNTERKÜNFTE
Bei dem Thema Unterkünfte kann ich euch sicherlich nicht die besten und allgemeinsten Tipps geben, da ich vier Monate lang mit meinem Freund unterwegs war und wir deshalb immer zu zweit eine Unterkunft bezahlen konnten. Das war für ein privates Zimmer oder eine ganze Unterkunft oft genauso teuer wie zwei Betten in einem Schlafsaal. Hostelworld, Booking, Airbnb – die Klassiker also – haben uns hier gute Dienste geleistet. Ich buche immer nur Airbnbs mit guten Bewertungen und achte auch bei Hostels auf die Erfahrungen anderer Reisenden.

SPRACHE
Es ist natürlich sehr schwer zu beurteilen, ob man auch ohne die Sprache zu sprechen zurecht gekommen wäre, wenn man sie nunmal spricht. Mein Spanisch ist sicher nicht perfekt, aber ich verstehe so gut wie alles und kann mich gut ausdrücken, demnach war das für mich einfach. Mein Freund spricht kein Spanisch, ist in alltäglichen Situationen nach einer Weile aber auch gut zurecht gekommen. Ich würde euch empfehlen zumindest die Basics zu lernen. Manchmal trifft man jemanden, der Englisch spricht, darauf würde ich mich aber nicht zu hundert Prozent immer verlassen und manchmal kommt man definitiv nur mit Spanisch weiter. Ein Grundkurs vor einer längeren Südamerika-Reise schadet auf keinen Fall.

SICHERHEIT
Das Thema Sicherheit ist ein wichtiger Punkt wenn man eine Reise nach Südamerika plant, auch mich hat das vorher sehr beschäftigt. Ich habe zwar viele Freunde, die schon dort waren und bei denen immer alles gut gegangen ist, aber natürlich habe auch ich schon schlimme Geschichten gehört. Nach vier Monaten in verschiedenen Ländern kann ich auf jeden Fall sagen, dass alles viel, viel harmloser war, als ich es mir vorgestellt habe, aber diese Aussage ist natürlich mit Vorsicht zu genießen. Ich bin generell immer – egal wo, ob alleine oder in Begleitung, tagsüber und nachts ein sehr vorsichtiger Mensch und ein gutes Maß an Vorsicht würde ich auch jedem, der nach Südamerika will, ans Herz legen. Meidet Viertel, die für Touristen nicht empfohlen sind, nehmt nachts nicht unbedingt ein Taxi auf offener Straße, lest euch in die Geschichte und die aktuelle Situation vor Ort ein, lasst eure Getränke und Wertsachen nie unbeaufsichtigt, zeigt teure Gegenstände nicht auf der Straße, tragt keinen Schmuck, wenn davon abgeraten wird, informiert euch über Transportmittel, habt die Adresse eurer Unterkunft immer offline griffbereit und und und. Die Liste ist lang. Mit gesundem Menschenverstand und einer guten Portion Vorsicht ist bei uns aber immer alles gut gegangen, wir haben uns nie unwohl gefühlt und wenn euch Südamerika reizt, ist Angst vor der (Un-)Sicherheit definitiv kein Grund nicht dorthin zu reisen.

4.1

VORBEREITUNG & PLANUNG
Es gibt ein paar Dinge, die man auf jeden Fall noch in Deutschland vor der Reise (und am besten auch mit genug Vorlauf) erledigen sollte. Ein Thema, das ich viel zu spät angegangen bin und das bei mir demnach ziemlich last Minute abgelaufen ist: Impfungen. Nicht für alle, aber für viele Länder in Südamerika sind ein paar Impfungen empfehlenswert und ein paar sogar notwendig. Manche bekommt man mehrfach über einen bestimmten Zeitraum gespritzt, bis man immun ist, teilweise müssen gewisse Abstände zwischen den Impfungen eingehalten werden und es empfiehlt sich mehrere Monate vor Abreise anzufangen, damit alles reibungslos abläuft und der Körper auch genug Zeit hat, alles zu verarbeiten. Welche Impfungen ihr genau braucht, kann ich euch nicht sagen, das solltet ihr abhängig von eurer Route recherchieren und ich würde euch auf jeden Fall ein Gespräch mit eurem (Haus-) Arzt empfehlen. Mein Arzt ist mit mir meine Reise durchgegangen, hat mir alle möglichen Impfungen aufgezeigt, mir die Risiken jeder einzelnen erklärt, mit mir besprochen, was von meiner Krankenversicherung übernommen würde und was nicht und mir dann einen Impfplan erstellt. Die 20 € für die Impfberatung lohnen sich meiner Meinung nach sehr. Die Gelbfieberimpfung kann euch euer Arzt übrigens nicht impfen, da müsst ihr zu einer besonderen Reise-Impfstelle und in Köln beispielsweise läuft das ohne Termin und demnach oft mit viel Wartezeit ab.

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5Was auch unbedingt vor Abreise abzuwickeln ist, sind notwendige Versicherungen. Was man außerhalb Europas braucht, ist eine Auslandskrankenversicherung. Wenn euch wirklich etwas während eurer Reise passiert, kann das sehr schnell, sehr teuer werden, das solltet ihr nicht riskieren. Ich habe meine über den ADAC abgeschlossen, auch hier lohnt sich recherchieren und vergleichen, wenn eure Reise zum Beispiel auch Nordamerika und / oder Kanada beinhaltet, variieren die Preise stark, da das teilweise enthalten ist und teilweise eben nicht.

Eine weitere Versicherung, die ich abgeschlossen habe, ist eine Reiserücktritts-, Abbruchs- Unterbrechungsversicherung über die Allianz. Diese habe ich bei meiner Buchung der Flüge via STA Travels abgeschlossen und war im Nachhinein sehr froh darüber. Als mein Opa im Juni plötzlich verstorben ist, wollte ich einfach nur nach Hause. Mein Freund wollte mich begleiten und da wir beide eine gemeinsame Police abgeschlossen hatten, wurden unsere Flugkosten nach Deutschland und zurück nach Kolumbien (fast komplett) übernommen. Es kann immer anders kommen, als man denkt und ganz ehrlich – wenn man in so eine (oder eine ähnliche) Situation kommt, in der sowieso alles schon viel zu viel ist, ist es ein gutes Gefühl zu wissen, dass man zumindest finanziell abgesichert ist.

Worüber ich lange nachgedacht, mich aber letztendlich dagegen entschieden habe, ist eine Gepäckversicherung. Auch das kommt ganz auf euren Reise-Stil und natürlich euer Gepäck an. Da ich sehr viele Wertsachen dabei hatte durch mein Kamera-Equipment und meinen Laptop, wäre die Summe für die Versicherung zu hoch gewesen, für das was ich im Fall der Fälle erstattet bekommen hätte. Ich habe das Geld, das ich gespart habe indem ich keine Gepäckversicherung hatte, in private Unterkünfte investiert. Eine Freundin von mir hat aber beispielsweise eine abgeschlossen und bei einem gestohlenen Handy ein komplett neues bekommen – kann sich lohnen, ist nur einfach sehr individuell.

Wir waren nie so lange an einem Ort, dass es problematisch mit dem Visa hätte werden können, aber auch hier: vorher recherchieren. Meist kann man als Tourist problemlos 30, 60 oder sogar 90 Tage bleiben.

13.1
FOOD
Als ich euch gefragt habe, was euch am meisten interessiert im Bezug auf meine Reise, war das Top-Thema FOOD. I feel you, auch für mich ist das auf Reisen ein wichtiger Punkt. Meine Restaurant-Tipps und was ihr unbedingt probieren müsst, gibt es in den einzelnen Länder-Posts, da müsst ihr euch noch ein wenig gedulden. Was aber allgemein zu dem Thema zu sagen ist: die Hygiene-Standards sind anders als in Deutschland und generell gibt es auch einfach ein anderes Angebot. Die Auswahl an Brot und Käse zum Beispiel und vielem, was man so gewohnt ist, variiert stark von Ort zu Ort, ist aber natürlich immer komplett anders. Warum ich euch das erzähle? Ich hatte beispielsweise über Wochen starke Magen-Darm-Probleme und wäre gerne (besser) darauf vorbereitet gewesen. Ich habe keine Ahnung woran es lag, komischerweise ging es mir nach Street Food in La Paz gut, nach einem super Restaurant in Cartagena allerdings nicht. Es war ziemlich willkürlich. Wenn ihr einen empfindlichen Magen habt, deckt euch mit einer guten Reiseapotheke ein (das Meiste gibt es natürlich zur Not auch vor Ort, aber wenn es akut ist, ist es angenehmer alles dabei zu haben). Mir haben Kohletabletten, Iberogast, Imodium Lingual und Vomex oft sehr geholfen und nicht überall in Südamerika habe ich das gefunden. Außerdem wichtig: Elektrolyte. Könnt ihr zum Anrühren auch schon in der deutschen Apotheke kaufen. Generell braucht ihr eine gut ausgestattete Reiseapotheke, dafür könnt ihr zum Beispiel in eine Apotheke in Deutschland gehen, sagen wohin es geht und bekommt dann alles empfohlen, was notwendig sein könnte. Neben den oben genannten Magen-Darm-Mitteln meiner Meinung nach unabdinglich: Mückenspray, Desinfektionsspray und was gegen Kopfschmerzen und Fieber.

Außerdem solltet ihr in ganz Südamerika kein Wasser aus der Leitung trinken! Könnt ihr vorher abkochen, würde ich aber generell einfach vermeiden.

11.2SONSTIGES
Abschließend sind ein paar allgemeine Fragen aufgekommen, auf die ich gerne noch eingehen würde.

Wo informiert man sich, was sehenswert ist? An einem neuen Ort angekommen, google ich immer als erstes „What to do in…“ oder „Top 10 things to do in…“, dadurch bekommt man einen guten allgemeinen Überblick. Ansonsten kann ich euch auch sehr die Geotag-Funktion von Instagram empfehlen, da findet man beispielsweise tolle Foto-Spots. Für Food-Inspiration, Supermärkte, Geschäfte etc. benutze ich immer Google Maps und schaue mir die Top Spots in meiner Umgebung an, vergleiche diese, lese die Bewertungen durch und schaue nach den Fotos.

Wo und wie habt ihr eure Klamotten gewaschen? In Südamerika gibt es klassische Waschsalons, wie in Deutschland auch, was aber auch üblich und meist sehr günstig ist, sind Lavanderías, da kann man seine Wäsche einfach abgeben und ein paar Tage später gewaschen und gebügelt abholen. Ab und zu hatten wir auch Airbnbs mit Waschmaschine – alles in allem wirklich nie ein Problem. (Und sonst gibt es ja immer noch Rei in der Tube… :))

Wie weit vorher muss man alles buchen? Ich plane nicht gerne weit im Voraus und habe das auch bei dieser Reise nicht gemacht. Bis auf die Flüge von Land zu Land, die wir im Paket gebucht haben, habe ich alles vor Ort organisiert und gebucht und bin damit immer gut gefahren. Wir wollten uns nicht festlegen, wie lange wir wo bleiben, was wir wo machen, deshalb sind wir immer erst am entsprechenden Ort in ein Touri-Büro, haben uns informiert und dann unseren Plan zusammen gestellt.

Warst du mal krank und was hast du dann gemacht? Nachdem ich wie schon erwähnt wochenlang immer wieder Magen-Darm Probleme hatte, habe ich irgendwann in Verbindung mit Hitze und zu wenig Flüssigkeit starkes Fieber bekommen und bin dann irgendwann ins Krankenhaus in Kolumbien. Dort wurde ich sehr, sehr gut behandelt, ich habe mich gut aufgehoben gefühlt und es wurde auch sehr darauf geachtet, dass ich alles verstehe, was wichtig ist. Habt also keine Panik davor, euch medizinische Hilfe zu suchen. Am besten, ihr redet in eurer Unterkunft mit einem Ansprechpartner, der euch vielleicht den besten Anlaufpunkt empfehlen kann. Und wie schon erwähnt: kümmert euch um eine Auslandskrankenversicherung!

Ich hoffe das hat die allgemeinsten Fragen zu Südamerika beantwortet. Viele, viele weitere Infos werden dann bald in den weiteren Artikeln folgen und ansonsten: schreibt mir gerne in den Kommentaren oder auf Instagram! 🙂

leonieklein