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SÜDAMERIKA GUIDE #2
ARGENTINIEN

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Wie angekündigt gibt es nach meinem Blogpost mit allgemeinen Tipps zu Südamerika, nun nach und nach die ausführlichen Berichte zu den einzelnen Ländern und der erste Stop unserer Reise war Argentinien. Allein Argentinien ist so groß, dass wir die kompletten vier Monate dort hätten verbringen können und deshalb mussten wir uns auf ausgewählte Stops beschränken und haben uns für drei entschieden: Buenos Aires, El Calafate und Iguazu.

P4110411BUENOS AIRES

Letztes Jahr habe ich schon fast eine Woche mit Freundinnen in Buenos Aires verbracht und dieses Mal sind wir immer wieder für ein paar Tage dorthin zurück gereist, quasi als Base zwischen unseren Flügen in den Süden und in den Norden. Buenos Aires ist, glaube ich, die Großstadt in Südamerika, in der ich mich am wohlsten gefühlt habe und die mich am meisten begeistert hat während der vier Monate. Das Standard-Touri-Programm solltet ihr euch nicht entgehen lassen. Spaziert über den Friedhof La Recoleta und bis zur Floralis Genérica, durch das Viertel La Boca und über den Mercado San Telmo und das Viertel drum herum. San Telmo lohnt sich, finde ich, an jedem Tag; die Markthalle ist super cool und da hatten wir auch das beste Choripán überhaupt. Am Sonntag findet dann aber der eigentliche Markt außerhalb der Halle entlang der Straße statt, das lohnt sich, solltet ihr an einem Sonntag dort sein, auf jeden Fall auch. Entlang des Puerto Madero schlendern ist für mich auch ein Muss, auch da gibt es ganz viele Choripán-Stände. Choripán ist übrigens das klassische Sandwich, das ihr dort an jeder Ecke findet – mit Chorizo und Chimichurri (scharfer Soße). Wenn ihr motiviert seid, mietet ein Rad und fahrt nach dem Abstecher zum Puerto Madero durch die Reserva Ecológica, das Ökoreservat am Rande der Stadt. Das haben wir leider nicht geschafft, ist aber wohl ein netter Ausflug ins Grüne.

P4110405Es gibt in Buenos Aires sehr viele schöne Parks, die zum spazieren einladen, beispielsweise den Parque Rosedal (da gibt es eine kleine Sevilla-Ecke!!) oder den Jardín Zoológico – eignet sich beides auch super für eine Siesta in der Sonne. 😉 Schlendert durch die Innenstadt, am Teatro Colón und dem BA-Zeichen vorbei und lasst euch ein bisschen vom Großstadtfeeling treiben. Mein Highlight war außerdem das Viertel Palermo, da ist es super schön grün, es gibt viele nette Cafés, Bars und Restaurants und einige coole Shops. Abends kann man dann super am Plaza Armenia was trinken gehen.

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IMG_9824In Buenos Aires kann vor allem auch unglaublich gut essen! Neben Choripán solltet ihr euch, wenn ihr gerne Fleisch esst, vor allem eine klassische Parrilla nicht entgehen lassen. Was ich probiert habe und sehr lecker fand, war Bife de Chorizo, Asado, Entreña und Chorizo. Ich habe zwei Adressen getestet, einmal Las Cabras (Fitzroy 1795) – sehr gemütlich und gut gefüllt – und Lo De Mary (Humahuaca 4099) – eher urtümlich und authentisch.

Zum Frühstück waren wir bei La Panera Rosa (Costa Rica 4582).

Probiert außerdem den landestypischer Rotwein Malbec, schmeckt fast überall und je nach Preis eben ein bisschen besser oder schlechter.

Empanadas solltet ihr zumindest irgendwann in Südamerika mal probieren. Jedes Land macht sie ein wenig anders, manchmal frittiert, manchmal gebacken, mit allen möglichen Füllungen. Meine Favorit ist Cebolla Queso und Camarones Queso.

Wenn ihr dann schon beim Bäcker oder in einem Café seid: in Buenos Aires isst man typischerweise auch Medialunas, kleine süße, klebrige Croissants, die laut meinem Freund den Namen Croissant nicht verdient haben. 😀

In sogenannten Fruterias, die ihr an jedem Eck findet, kriegt ihr günstiges, frisches Obst und Gemüse.

Außerdem gibt es einige gute Italiener in Buenos Aires, super leckere Pasta hatten wir beispielsweise bei Salgado Alimentos (Juan Ramirez de Velasco 401).

Einen Abend würde ich in Buenos Aires auch zum „feiern“ einplanen. Es gibt einige gute Reggaeton-Clubs, aber vor allem müsst ihr natürlich ein bisschen Tango erleben. Entweder könnt ihr euch eine klassische Show anschauen, einen Kurs machen oder – wie wir – zu einer Milonga gehen. Bei einer Milonga kann man Einheimischen, semi-professionellen Tänzern bei Shows zugucken und sitzt gemütlich zusammen. Wenn ihr an einem Montag in Buenos Aires seid, kann ich euch Bomba de Tiempo empfehlen, eine riesige Trommel-Show, die sehr beeindruckend ist und die After-Party lohnt sich ebenfalls.

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Zum Abschluss noch ein paar allgemeine Tipps: der Flughafen Aeroparque ist sehr zentral, ein Taxi in die Stadt kostet demnach nicht viel. Von Ezeiza könnt ihr einen Bus bei Tienda León am Flughafen buchen, die fahren sehr regelmäßig, zuverlässig und günstig. Für die Fortbewegung innerhalb der Stadt empfiehlt sich eine Sube / Subte-Karte um das Bahn-Netz vor Ort zu nutzen, sonst bleibt alternativ aber natürlich auch immer Taxi oder Uber. Ich habe mich in Buenos Aires immer sicher gefühlt, trotzdem gibt es Ecken, die man als Tourist eher meiden sollte, informiert euch da vorher gut! 

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EL CALAFATE

Wir wollten in Argentinien unbedingt nach Patagonien, unser ursprünglicher Plan war Ushuaia, der südlichste Punkt von Südamerika, aber das war Anfang April schon ziemlich schwierig, weil kalt, Ende der Saison, demnach viel geschlossen und sehr teuer. Man kann in Patagonien sowohl einiges auf der chilenisches Seite sehen, als auch auf der argentinischen, wir haben uns letztendlich für die argentinische Seite entschieden und sind nach El Calafate geflogen.

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In El Calafate haben wir unglaublich schöne Sonnenuntergänge gesehen, es lohnt sich definitiv einen Nachmittag und Abend hier nur zum Spazieren und Schlendern einzuplanen. Man kann sich an den tausend Farben des Himmels gar nicht satt sehen.

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Da die Ausflüge alleine und ohne Auto sehr schwierig zu organisieren sind, haben wir uns vor Ort für zwei Touren entschieden. Am ersten Tag sind wir zum Perrito Moreno Gletscher gefahren und haben da eine Gletscherwanderung gemacht (das geht z.B. nur geführt). Lohnt meiner Meinung nach wirklich jeden Cent und ist absolut einzigartig. Ich habe noch nie vorher einen Gletscher gesehen und es ist wahnsinnig beeindruckend so nah an einen ranzufahren und dann vor allem darauf rumzulaufen. Wenn ihr in El Calafate seid, ist das für mich ein absolutes Muss.

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Am zweiten Tag haben wir eine Schifffahrt reserviert, bei der es vorbei an weiteren Gletschern, unter anderem dem Upsala Gletscher, nach Estancia Christina ging. Von dort sind wir mit einem Allradwagen eine Weile gefahren und haben dann eine dreizehn Kilometer lange Wanderung durch das Cañon de los Fósiles gemacht. Das war unsere erste richtige Wanderung und bleibt eine der beeindruckendsten des ganzen Trips. Man sieht so viele unterschiedliche Landschaften, angefangen vom Blick auf die Gletscher, durch die Canyon-Landschaft, bei der man den Eindruck hat, auf dem Mond gelandet zu sein, durch ein weites Tal zurück zur Küste.

Wir haben zwei Restaurants in El Calafate ausprobiert: die Parrilla Don Pichon – unglaublich gut und wunderschöner Ausblick und die Pizzeria La Lechuza – auch lecker und etwas gediegener. Der Ort ist übrigens nach einer Beere benannt, aus der unter anderem Eis, Marmelade und Schnaps gemacht wird. Auch davon solltet ihr etwas probieren! Abschließend kann ich euch noch sehr unsere Unterkunft ans Herz legen, die Posada Larsen war so unglaublich liebevoll gestaltet, mit netten Leuten, gutem Frühstück und mega Ausblick, da würde ich jederzeit wieder hin!

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Nach ein paar weiteren Tagen in Buenos Aires haben wir dann einen Flug nach Iguazú genommen, um dort die bekannten Wasserfälle zu sehen. Man kann diese von zwei Seiten besichtigen, von der brasilianischen und der argentinischen. Wir hatten drei Tage Zeit und haben demnach beide Seiten gesehen, wenn ihr allerdings etwas weniger Zeit habt, würde ich euch die argentinische empfehlen, diese ist definitiv beeindruckender. Wir haben einen Tag für die brasilianische Seite eingeplant, dann aber effektiv nur drei Stunden dort gebraucht. Man bekommt hier einen guten Überblick über die Wasserfälle von weiter weg, spaziert eine Weile durch den Regenwald und erhascht dabei immer mal wieder einen Blick auf die Wasserfälle. Was ich unglaublich schön dabei fand, waren die vielen verschiedenen Schmetterlinge, die man auf dem Weg gesehen hat.

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8.1Auf jeden Fall beeindruckend, aber das wirklich überwältigende erwartet einen dann auf der argentinischen Seite. Dort gibt es verschiedene Wanderwege (wir haben übrigens alle an einem Tag locker geschafft) und einer davon endet mit der Teufelsschlucht. Hier hat man das Gefühl man steht mitten in den Wasserfällen und die Wassermengen, die Kraft, die diese ausstrahlen und die Lautstärke sind einfach nur unglaublich. 

Ein paar allgemeine Tipps für die Wasserfälle:

Vom Flughafen auf der brasilianische Seite kommt man ganz easy mit dem Bus zum Park und kann dort dann sein Gepäck einschließen und so direkt am Anreisetag die brasilianische Seite abhaken. 

Um nach Argentinien rüberzufahren und die Grenze zu überqueren, würde ich euch definitiv ein Taxi oder einen Transfer empfehlen. Wir haben das mit öffentlichen Verkehrsmitteln gemacht und es ein bisschen bereut, es hat stundenlang gedauert und war unglaublich kompliziert, da man mehrmals aussteigen muss an der brasilianischen und argentinischen Grenze für die Passkontrolle und der Bus währenddessen nicht wartet.

Unterschätzt die Nasenbären nicht, wir haben uns vorher gut informiert, mega aufgepasst und uns wurde trotzdem Essen geklaut. Das war definitiv nicht unsere Absicht (ist verboten und die Tiere sind auch nicht ungefährlich), aber so schnell konnten wir gar nicht gucken.

Was ihr unbedingt mitnehmen müsst meiner Meinung nach: zwei Liter Wasser pro Person, Sonnencreme, Mückenspray, Haargummi, Essen & Snacks (alles vor Ort war super teuer und nicht besonders lecker) und gute Schuhe.

So viele Highlights schon im ersten Monat, wenn ich zurück gucke, werde ich ganz wehmütig… Weiter geht es ganz bald mit Brasilien!

leonieklein